Was bringt mir Ute Albrecht?
Bewerbungsmagazin
Inhaltsverzeichnis
Türöffner zum Vorstellungsgespräch
Harte Personalerfragen
Downloads
Gästebuch
Mobbingberatung
Unterlagencheck
Klientenfeedback
Suchen
 
 

     

Muss man immer gute Laune haben?

Zwangsbeglücker oder „du bist selbst Schuld daran, wenn du schlecht drauf bist. Immer!“

Gerne werden Coachs dieser Art interviewt wie z. B. von der „Bild am Sonntag“ - Rubrik „Mein Leben & ich“ vom 05.06.2016. Im Interview geht es um „Gefühlsinfektionen, warum miese Stimmung einer Drogensucht ähnelt, und wie man die verdammte schlechte Laune endlich loswird.“

Der geneigte Leser soll anscheinend durch diese Einführung lernen, dass schlechte Laune wie eine Krankheit sei - wie eine Drogensucht, bei der man entgiftet und danach stationär psychotherapeutisch behandelt werden muss. Schlechte Laune wird dadurch zum Feind des Menschen gemacht, die man natürlich bekämpfen soll.

Unterschwellig bekommt er diese Botschaften mit:

  1. Wenn du schlechte Laune hast, bist du nicht ok
  2. Du musst immer gut drauf sein
  3. Da du Erwartungen hast und willst, dass sie erfüllt werden, bekommst du schlechte Laune, weil andere Menschen dir ja sowieso nie diesen Gefallen tun
  4. Du alleine bist für deine Gefühle verantwortlich
  5. Kein Mensch kann einen anderen Menschen unglücklich machen, der ist an seinem Blues selbst Schuld

Bemüht wird das Beispiel einer Klientin, die über ihren Ehemann sagt: „Seitdem ich meinen Mann kenne, geht es mit mir bergab.“ Sie mache einen Denkfehler, da sie sich als Opfer sehe und ihren Mann als den „Bösen“. Lernaufgabe sei demzufolge, dass ihr Mann für ihre Lebensunzufriedenheit überhaupt nichts könne und sie doch mal ihre Einstellung ändern solle. Immer schön positiv denken, dann werde alles gut. Aha.

Als die Interviewerin anmerkte, dass es unfair sei, dass Menschen alleine für ihre negativen Gefühle verantwortlich seien, selbst, wenn sie andere Menschen durch ihr Verhalten verursachen, bekommt sie vom Interviewten die verbale Ohrfeige: „Sie sind verblendet. Man macht sich doch seine Gefühle selbst durch die Art, wie man denkt.“

Wenn also eine Frau brutal vergewaltigt wird und dadurch schwer traumatisiert ist, wäre das alleine ihre Schuld, denn sie hätte sich den Vergewaltiger ja schön denken können? Oder wie?! Wenn eine Frau von ihrem Ehemann geschlagen wird, ist sie wohl auch noch dafür verantwortlich? Diese Fragen und Einwände habe ich im Interview vermisst, denn wenn sie gestellt worden wären, hätte der Interviewte seine generalisierende kognitive Einstellung „Kein Mensch ist für die Gefühle anderer verantwortlich“ revidieren müssen, denn durch ein Festhalten an ihnen hätte er sich schon gefallen lassen müssen, für eine Person mit einer menschenverachtenden Einstellung gehalten zu werden.



Wie verhält es sich denn nun mit der Verantwortung für Gefühle? Lesen Sie weiter.

Zurück zu „Konstruktiv mit Frust umgehen“

     

top   



Ute Albrecht
Bewerbungsberaterin


Baderstraße 4
38723 Seesen
(0 53 81) 49 18 07
(01 60) 6 35 94 03
ute.albrecht@bewerbungsberatung-albrecht.de